Rezension - Der Leichenkönig
Der
Leichenkönig, Tim Curran
Der Herr der
Toten ist erwacht
Edinburgh, 1820:
Es herrschen finstere und verzweifelte Zeiten, das Leben der Menschen ist
geprägt von Armut, Kriminalität und Krankheiten. An jeder Straßenecke lungern, neben
verwahrlosten Hunden und Ratten, Obdachlose Alkoholiker, Dirnen und bettelnde
Kinder. Ein jeder tut was er kann und geht seinem erbärmlichen Tagewerk nach.
Doch ein „Geschäft“ floriert ganz gewaltig, und zwar das der Grabräuber. Diese Grabräuber
nennen sich selbst die „Erwecker“; stehlen keine Wertgegenstände aus den
Gräbern – sondern die kompletten Leichen. Die ansässigen Mediziner bezahlen
viel Geld dafür, um diese Leichen für Forschungszwecke und als
Anschauungsmaterial zu verwenden. Deswegen genießen die „Erwecker“, obwohl die
Arbeit illegal ist und von den meisten Menschen verachtet wird, einen gewissen
Wohlstand. Auch die besten Freunde und Saufkumpanen Samuel Clow und Mickey Kierney
verdienen sich so ihren Lebensunterhalt.
Eines Nachts
machen die beiden sich auf den Weg nach Glasgow zu einem alten, abgelegenen
Friedhof, auf der Suche nach einem bestimmten Grab. Es herrscht
eine unheimliche Atmosphäre und sie bemerken schnell, dass sie nicht alleine
sind. Etwas schleicht im Nebel umher und beobachtet sie. Dennoch begeben sie
sich in die Gruft hinein und machen eine grauenhafte Entdeckung.
Sie müssen feststellen,
dass es noch etwas anderes gibt, das sich nach Leichen verzehrt. Etwas das tief
unter der Erde im dunklen lauert…
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„Der
Leichenkönig“ ist ein spannender, düsterer Roman, der einen bis zum Schluss
fesselt. Durch den sehr bildhaften Schreibstil, schafft es der Autor einen hervorragend
ins Schottland des 19. Jhd. zu entführen. Es herrschen erbärmliche Zustände; das
Leben ist geprägt von Alkoholismus, Prostitution und Kriminalität.
Dementsprechend rau und brutal sind die Menschen und deren Umgangston. Die
Dialoge sind sehr grob und unverblümt, auf fast jeder Seite gibt es üble
Beschimpfungen und Verachtung untereinander (man sollte also nicht zimperlich
sein). Die zwei Hauptprotagonisten basieren laut Autor auf reale Personen; umso
erschreckender finde ich die Vorstellung, dass es noch vor nicht allzu langer
Zeit tatsächlich so zugegangen ist und die geschilderten Lebensumstände für die
meisten Menschen damals wirklich Alltag waren.
Die
nächtlichen Raubzüge unserer „Erwecker“ sind unheimlich geschildert und sorgen an
manchen Stellen wirklich für Gänsehaut. Ich habe das Buch an einem Stück
gelesen, da es einen so in den Bann zieht. Es ist nicht besonders lang und
eignet sich somit hervorragend für den kleinen Grusel für Zwischendurch. Im
Anschluss an die Geschichte, befindet sich noch ein Autoren Interview, das auch
sehr interessant ist.
Fazit: Klare Leseempfehlung für Horrorfans,
die nichts gegen einen derben Umgangston haben.
Zartbesaitete Leser sollten eher die Finger davon lassen, aber wir sind
ja hier schließlich bei FESTA ;)
Vielen lieben Dank an den FESTA-Verlag für dieses Leseexemplar; hat mich wirklich sehr gefreut.

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