Rezension - Der Totengräbersohn

Der Totengräbersohn, Sam Feuerbach



Der Fantasyroman „Der Totengräbersohn“ von Sam Feuerbach handelt, wie der Name schon verrät, um Farin, den Sohn eines Totengräbers. Farin wohnt in einem mittelalterlichen Dorf namens Haufen und hat es auf Grund seiner beruflichen Stellung, nicht leicht. Er und sein gewalttätiger Vater sind Außenseiter und leben in Armut; das wenige Geld das sie verdienen, gibt der Vater lieber in der Dorfschenke aus. Von den anderen Dorfbewohnern werden sie gemieden und besonders ein paar Jugendliche haben es auf Farin abgesehen und machen ihm zusätzlich das Leben schwer. Trotz dieser miserablen Umstände übt Farin pflichtbewusst sein Handwerk aus, wozu u.a auch gehört, die Toten auf ihre Begräbnisse vorzubereiten. Bei solch einer Totenwäsche entdeckt er eines Tages ein seltsames Amulett, welches wie aus dem Nichts aufgetaucht ist. Nicht ahnend was er damit in Gang setzt, nimmt Farin das Amulett an sich. Er möchte es den Angehörigen der Verstorbenen zurückgeben, doch plötzlich gibt es rätselhafte Morde im Dorf und auch Farin selbst gerät ins Fadenkreuz und muss um sein Leben bangen.

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Die Geschichte spielt in einem fiktiven Dorf Namens Haufen, dort herrscht die typische mittelalterliche Stadthierarchie der Einwohner (der höchste Stand hat der Prietser inne, die Totengäber stehen ganz unten). Der Autor beschreibt alles sehr authentisch und eindrucksvoll , man fühlt sich von der ersten Seite des Buches in diese düstere, mittelalterliche Welt hineinversetzt. Es ist spannend geschrieben, ohne unnötige Längen aber dafür mit viel schwarzen Humor und Sarkasmus vom Feinsten.

Einer der Hauptprotagonisten ist der junge Farin, der Sohn des Totengräbers. Der Leser begleitet ihn anfangs durch seinen Alltag und kann sich ein gutes Bild vom damaligen Leben und den anderen Dorfbewohnern machen. Als Farin dann eines Tages das Amulett an sich nimmt, geht er dadurch ungewollt einen Bund mit einem Dämon ein. Dieser ist fortan sein ständiger Begleiter und ebenfalls alles andere als Begeistert davon. Anfangs ist Farin völlig überrumpelt von der Stimme in seinem Kopf, später dann nur noch genervt. Auf die bissigen Kommentare des Dämons könnte er gut und gerne verzichten. Aber beide haben erstmal keine andere Wahl; sie sind (ob sie es nun wollen oder nicht) aneinander gebunden und um dies dies zu ändern, müssen sie sich auf eine abenteuerliche Reise begeben.

Die andere Hauptprotagonistin ist ein junges Waisenmädchen namens Aros. Sie wächst in einem Waisenhaus in der verdreckten Hauptstadt auf und auch ihr Leben ist geprägt von Gewalt und Armut. Doch eines Tages ändert sich ihr Leben schlagartig und sie muss aus der Stadt fliehen (mehr kann man nicht verraten ohne zu spoilern ;) ) 


Dieses Buch gehört zu meinen neuen Lieblingsbüchern! Ich konnte gar nicht mehr aufhören mit dem Lesen und hatte das Buch nach nicht mals zwei Tagen durch. Ich bin ein Fan vom Mittelalter und liebe Fantasygeschichten. Also für mich die perfekte Kombination. Es ist spannend geschrieben, witzig, aber eben auch düster und mit vielen Gewaltszenen. Also meiner Meinung nach nur was für ältere Leser (Armut, Verwahrlosung, Prostitution werden thematisiert).

Farin mochte ich von Anfang an sehr, er ist zwar manchmal total naiv und handelt unüberlegt aber trotzdem finde ich ihn sehr sympathisch. Sein Leben ist alles andere als ein Zuckerschlecken und dennoch hat er nie seinen Humor verloren und versucht sich alles nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. Das finde ich sehr beeindruckend. Über den Dämon erfährt man in diesem Buch leider nicht so viel. Er ist sehr intelligent und schlagfertig und natürlich auch gemein zu Farin, aber wenn es drauf ankommt, ist er für ihn da und hilft ihm. Deswegen weiß man auch nicht, ob Farin ihm trauen kann oder ob der Dämon vielleicht hinterhältig ist und seine eigenen Pläne schmiedet. Sein Sarkasmus und die Dialoge zwischen den beiden sind super, da muss man wirklich schmunzeln .

Auch über Aros, das Waisenmädchen, erfährt man kaum etwas. Sie kämpft oft um ihr Leben und versucht sich in dieser rauen Welt durchzusetzen. Ich habe die ganze Zeit mit ihr mitgefiebert und bin gespannt, was es mit ihr auf sich hat.




FAZIT: Ein mehr als gelungener Serienauftakt! Eine wirklich spannende Geschichte , abseits von kitschigen verliebten Vampiren und Co. . Aber stellenweise wirklich brutal (vor allem die Geschichte um Aros), daher nur was für Erwachsene.
Also ich werde mir direkt den zweiten und dritten Teil kaufen , denn ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht! Absolute Leseempfehlung für alle Fantasyfans!

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